Digitale Spiele nehmen in der Freizeitgestaltung von Jugendlichen viel Raum ein. Deshalb lädt das Medienzentrum des Kreises Lippe alle Interessierten zur Mediencafé-Reihe „Gaming“ ein
Es zeigt, dass es Spiele gibt, bei denen die Grenzen zwischen Lernen und Unterhaltung verschwimmen und durchaus auch ernste Themen spielerisch angegangen werden können.
So gibt es beispielsweise digitale Spiele, die Magersucht, Gewalt, Krieg und Flucht oder Diskriminierung in den Mittelpunkt stellen. „Was diese ‚(Serious) Games‘ eint ist, dass sie zum Mitdenken, Mitentscheiden und Mitfühlen anregen. Die ausgewählten Spiele lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Themen, eröffnen individuelle Wege der Auseinandersetzung und ermöglichen es, in andere Rollen zu schlüpfen“, sagt Sophia Fries vom Medienzentrum.
Der interaktive Comic „Ninette – Dünn ist nicht dünn genug“ eröffnet beispielsweise einen Zugang zum Tabuthema „Magersucht“, wohingegen die App „Sibel´s Journey“ die Brücke schlägt zwischen den Themen Körperbild, Geschlecht, LGBTQIA+, Beziehung und Verhütung. Beide Spiele können Interessierte beim Mediencafé „Von Körperbildern und sexueller Orientierung“ am 8. April von 10 Uhr bis 12 Uhr kennenlernen.
Am 6. Mai, ebenfalls von 10 Uhr bis 12 Uhr, folgt das Mediencafé „Von kompromisslos und gewaltbereit“. Radikalisierung ist ein schleichender Prozess. Die Spiele „Decount“ und „Leons Identität“ beleuchten diesen Prozess aus unterschiedlichen Blickwinkeln und zeigen die Mechanismen der Rekrutierung ebenso auf wie die Perspektive der nahestehenden Personen.
Zur selben Uhrzeit am 3. Juni geht es um „Hoffen und Bangen“. In der interaktiven Geschichte „Begrabe mich, mein Schatz“ versetzen sich die Spielenden in die Rolle des Ehemanns einer Frau, die in Richtung Europa flüchtet. In Pseudo-Echtzeit sendet sie kleine Berichte und bittet um Rat oder Hilfe, sodass die Spielenden durch ihre Antworten Einfluss nehmen auf die Geschichte. Im Spiel „auf und davon“ setzen verschiedene Personen alles auf eine Karte, um nach Deutschland zu kommen. Die Spielenden entscheiden den Verlauf der jeweiligen Geschichte mit.
Am 1. Juli folgt dann von 10 Uhr bis 12 Uhr das letzte Mediencafé der „Gaming“-Reihe. Hinter dem Titel „Verspottet, herabgewürdigt, bloßgestellt“ verbergen sich die Spiele „Moderate Cuddlefish“ und „Play for your rights”. Die Spiele zeigen auf, wie Beleidigungen, (geschlechtsbezogene) Hassrede und Diskriminierung verbreitet werden und wie Jugendliche reagieren können, wenn sie selbst betroffen sind.
„Wir haben von Mitarbeitenden der Jugendhilfe erfahren, dass sie nach Spielen suchen, die zur Reflexion anregen und Gesprächsanlässe bieten, und so haben wir uns auf die Suche nach solchen Spielen gemacht. Dabei haben wir auch berücksichtigt, dass die Einarbeitungszeit möglichst kurz und die Kosten für die Beschaffung möglichst gering ausfallen. Wir sind überzeugt, dass diese Spiele nicht nur für Mitarbeitende der Jugendhilfe sondern auch für Eltern, Lehrkräfte und andere Personen, die mit Jugendlichen arbeiten, interessant sind. Wir laden alle interessierten Personen dazu ein, unterschiedliche Spiele kennenzulernen und ihren Nutzen zu diskutieren“, sagt Sophia Fries vom Medienzentrum.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Das Platzangebot ist jedoch begrenzt, sodass eine verbindliche Anmeldung bis spätestens sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn erforderlich ist. Die Angebote bauen nicht aufeinander auf, somit können auch einzelne Termine besucht werden. Alle benötigten Endgeräte werden vom Medienzentrum bereitgestellt. Das Mediencafé findet in InnovationSPIN in Lemgo, Raum 2_26 statt.
Das Medienzentrum
Das Medienzentrum des Kreis Lippe bietet Beratung, Schulung und Austausch rund um den kompetenten Einsatz und Umgang mit modernen Medien in Zeiten der digitalen Transformation. Der Verleih von Unterrichtsmedien und Medientechnik an schulische und außerschulische Bildungseinrichtungen gehört seit jeher zu einem der Schwerpunkte des Medienzentrums.